Wir über uns
Hilfe für Suchtkranke

Angebote für Menschen mit Suchtproblemen

Haben Sie Fragen zum Thema Sucht? Macht Ihnen Ihr Alkoholkonsum Sorgen, sind Sie abhängig von Medikamenten oder haben Sie Probleme beim Umgang mit Glücksspielen? Möchten Sie eine ambulante Rehabilitation im Bereich Alkohol- oder Medikamentenabhängikeit machen?

Die Evangelische Suchtberatung bietet die Möglichkeit zur kritischen Auseinandersetzung mit süchtigem Verhalten, bietet ein fundiertes Therapiekonzept und erarbeitet mit Ihnen gemeinsam Wege aus der Sucht.

Unser Profil

  • Die Evangelische Suchtberatung besteht seit 1967. Die Beratungsstelle bietet Information, fachkundige Beratung und individuelle Hilfen für Menschen mit Suchtproblemen und deren Angehörige.
  • Unser fünfköpfiges, interdisziplinäres Team berät Sie im Westend und in Höchst. Im vertrauensvollen Rahmen informieren wir über Suchtgefahren, geben Hilfe zur Selbsthilfe, unterstützen Veränderungsprozesse und fördern Entscheidungen für ein suchtmittelfreies Leben.
  • Wir sind eine Fachstelle für alle Fragen zu Themen legaler Suchtmittel wie Alkohol, Medikamente, pathologisches Glücksspiel und Verhaltenssüchten (Medien-, Internet- und Kaufsucht etc.).
  • Das Angebot richtet sich an erwachsene, Rat und Hilfe suchende Menschen. Es werden sowohl Betroffene beraten und behandelt, als auch deren Angehörige, die ebenfalls fachliche Hilfe in Anspruch nehmen können.
  • Darüber hinaus gibt es das Angebot der Ambulanten Rehabilitation für Abhängigkeitserkrankungen im Bereich Alkohol und Medikamente.
  • Die Inanspruchnahme von Beratung geschieht auf freiwilliger Basis. Beratungsgespräche sind vertraulich und für Ratsuchende kostenlos.

Milliardenausgaben für stoffliche Suchtmittel und Glücksspiele

In unserer Gesellschaft konsumieren die Menschen Jahr für Jahr Suchtmittel in Milliardenhöhe. Für staatlich konzessionierte Glücksspiele - Lotto, Roulette oder Automaten - geben die Deutschen beispielsweise mehr als 30 Milliarden Euro jährlich aus. Das sind immense Summen und ein Beweis dafür, dass ein Leben ohne diese Mittel für die große Mehrheit undenkbar scheint.

Fachberatungsstelle Glücksspielsucht

Ein besonderes Angebot gibt es im Bereich Glückspielsucht. Die Abhängigkeit von Glücksspielen, auch als „pathologisches Spielen“ bezeichnet, ist ein bislang wenig erforschtes Gebiet. Schätzungen zufolge sind etwa 80.000 bis 400.000 Menschen in Deutschland davon betroffen. Das steigende Angebot, insbesondere im Internet an Glücksspielen teilzunehmen,  hat in den letzten Jahren zu einer Zunahme von Suchtverhalten geführt.

Aufgrund des Glücksspielstaatsvertrages der Bundesländer entwickelte die Hessische Landesstelle für Suchtgefahren ein Modellprojekt für den Bereich Glücksspielprävention  und -beratung. Als ausgewählte Schwerpunkt-beratungsstelle verfügt die Evangelische Suchtberatungsstelle über zwei Fachberater/innen.

Pro Monat werden in hessischen Spielhallen 18.489.491,72 € verspielt!



Sucht bedeutet im Allgemeinen:

  • eine Art von Begierde oder Zwang
  • welche mit Kontrollverlust einhergeht
  • und mit Verhaltensweisen fortgesetzt wird, die mit negativen Konsequenzen verbunden sind

Erkennungsmerkmale von Glücksspielsucht:
Häufiges oder episodenhaft wiederholtes Spielen ist verbunden mit der gedanklichen Beschäftigung über:

  • erfolgversprechende Spieltechniken
  • der Geldbeschaffung
  • die Idee, die entstandenen Verluste durch erhöhte Einsätze zurück zu holen
Versuche, dem Spieldrang zu widerstehen, scheitern. Während des Spielens setzt ein Kontrollverlust ein, d. h. es wird bis zum allerletzten Cent alles verfügbare Geld verspielt. Um die innere Spannung oder Erregung zu erhalten, wird der Einsatz erhöht (vergleichbar mit der Steigerung der Dosis bei substanzbezogenen Suchtmitteln).

Man belügt sich lange selbst und gesteht sich erst zu, dass man Hilfe braucht, wenn man ganz unten angelangt ist. Irgendwann aber kommt jeder an den Punkt, an dem er reagieren muss. Ich musste mich zwischen Tod und Leben entscheiden und habe dank der Evangelischen Suchtberatung das Leben gewählt.

Ehemaliger Betroffener

Hohe Sterblichkeitsrate bei Suchtkranken

Glücklicherweise wird nur ein geringer Teil der Konsumenten süchtig, doch schon der Anteil der riskant Konsumierenden ist mit 20% erschreckend hoch. Ist der Einzelne im Suchtkreislauf verfangen, so schädigt er sich und andere in hohem Maße.

Nach einer gesundheitsökonomischen Schätzung für das Jahr 2007 beliefen sich die durch den Alkoholkonsum verursachten direkten und indirekten volkswirtschaftlichen Kosten auf 26,7 Milliarden Euro (Quelle, Adams, M.; Effertz, T). Allein 74.000 Menschen starben durch missbräuchlichen Alkohol- und Tabakkonsum (Quelle Jahrbuch Sucht DHS 2013, S. 16).

Es gibt Hilfe

Die Evangelische Suchtberatung hat es sich seit mehr als 45 Jahren zur Aufgabe gemacht, Menschen beim Ausstieg aus der Sucht zu helfen. Bei Problemen mit Alkohol, Medikamenten und schädlichem Glücksspielverhalten, stehen wir Betroffenen und deren Angehörigen mit dem Fachwissen von Suchttherapeuten, aber auch mit der Erfahrung von ehemaligen Abhängigen zur Seite. In 16 unterschiedlichen Selbsthilfegruppen kann man seine Abstinenz festigen, über Alltagsprobleme reden und sich gegenseitig stützen. In Beratung und Therapie wendet die Evangelische Suchtberatung Methoden der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie sowie der Integrativen und Systemischen Therapie an. Dabei werden individuelle Problemlagen thematisiert und Lösungsmöglichkeiten erarbeitet. Dieses Angebot gilt für Betroffene und deren Angehörige, für Freunde , Kollegen oder Vorgesetzte.

In der Alten Backstube habe ich meinen Wert Stück für Stück wiedererkannt. Wichtig ist, dass auch Leute hierher kommen, die noch nicht den Entschluss gefasst haben, trocken zu werden, sondern sich einfach nur informieren wollen.

Ehemaliger Betroffener

Café Alte Backstube – eine Oase in der Großstadt

Durch das Engagement von ehrenamtlichen Suchthelfern ins Leben gerufen, genießt das Café Alte Backstube seit mehr als 25 Jahren einen Ruf als Anlaufstelle für Suchtkranke über die Grenzen Frankfurts und Hessens hinaus. Das gemütliche Bistro liegt im Herzen der Innenstadt und ist als niedrigschwelliges Angebot eine wichtige Ergänzung zum professionellen, therapeutischen Angebot der Beratungsstelle.

Es bleibt noch viel zu tun

Auch in Zukunft werden Alkohol, Tabak und Co aus unserer Gesellschaft nicht wegzudenken sein. Gerade in Zeiten, in denen sich soziale Gegensätze schärfer abbilden und Teilhabe an gesellschaftlichen Ressourcen härter erkämpft werden muss, werden viele Menschen Fluchtwege suchen und sich dabei der Rauschmittel bedienen. Auch der Glücksspielsektor verzeichnet hohe Zuwachsraten. Zur Sucht ist es dann oftmals nur ein kleiner Schritt. Das Heilen von Kranken ist ein ureigener Auftrag diakonischen Handelns. In dieser Tradition begreift auch die Evangelische Suchtberatung ihren Auftrag: Für Betroffene und deren Familien möchte sie Begleiter beim Ausstieg aus der Sucht sein.

Impressum